Palais Prinzipe Hoher Markt Wien

Das Palais Prinzipe befindet sich am Hohen Markt 12, gleich direkt neben der Anker Uhr. Das Haus gehörte ursprünglich der Anker Versicherung und war als Mietobjekt für Büroflächen vorgesehen. Bereits zum Errichtungszeitpunkt 1913 stellte es eines der höchsten Gebäude Wiens dar und war für die damalige Zeit auf einer sehr fortschrittlichen Art errichtet worden. Es einer jener ersten Eisenbetonbauten Wiens, welche diese neue Bauweise umsetzten.

Im Inneren wird das Haus durch zwei Lichthöfe, 4 massiven Stützen und dem Stiegenhaus getragen. Auf eine fixe Einteilung von Zwischenwänden wurde verzichtet, was schon damals sehr fortschrittlich war und eine Flexibilität ermöglichte. Im Mansardgeschoß war eine Eisenbetonrahmenkonstruktion (!) errichtet worden und erst darüber erfolgte das eigentliche Dach aus Holz. 1965 wurde der Holzdachstuhl gegen eine Stahlbetonkonstruktion ersetzt.

Palais Principe
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Im Zuge der jetzigen Bautätigkeiten mußten sämtliche Fundamente ertüchtigt werden, da in den unteren Geschoßen eine Lebensmittelkette mit entsprechend hohen Nutzlasten Einzug hielt. Dabei mußten einzelne Deckenfelder getauscht oder ertüchtigt werden. Mehrere Aufzugsanlagen wurden hergestellt und die Kellergeschoße teilweise in Tiefgaragen umgebaut, wobei hier massive Abfangungen mehrerer Geschoße bewältigt werden mußten. Das Dachgeschoß wurde zur Gänze abgebrochen und durch eine leichte Holz-Stahl-Konstruktion ersetzt, wobei erschwerend durch die Vorgabe der Baubehörde dies nur abschnittsweise erfolgen durfte und daher Bauzustände zu berücksichtigen waren.

Projektdaten

Auftraggeber: Mieteigentümergemeinschaft Hoher Markt
Leistungen: Tragwerksplanung, Prüfingenieur
Planung: 2010 – 2013
Ausführung: 2010 – 2013
Herstellungskosten: ca. EUR 14,0 Mio

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Nicht zuletzt mußte das Objekt für die aktuellen Regulativen zum Erdbebenschutz verbessert werden. Neben den bereist angemerkten Fundamentunterfangungen (im unmittelbaren Nahbereich verkehrt die U-Bahn) war der Einbau zusätzlicher Aussteifungselemente und die Ertüchtigung von vorhandenem Mauerwerk erforderlich.
Die Zusammenarbeit erfolgte mit mehreren Planungsteams, da das Bewilligungsverfahren und die Ausführungsplanung an verschiedene Büros vergeben wurde. Dazu kam, dass der Lebensmittelmarkt mit eigenen Planungsteams die Ausführungsplanung bewerkstelligte, aber auch die einzelnen Wohnungseigentümer eigene Architekten hatten. Die Tragwerksplanung und die Prüfingenieurtätigkeit nach BO für Wien verblieben jedoch immer in einer Hand.

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